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Stoma

Was ist ein Stoma?
In Deutschland erhalten jedes Jahr etwa 35.000 Menschen entweder vorübergehend oder auf Dauer eine Stomaanlage aus den unterschiedlichsten Gründen. Insgesamt leben in Deutschland etwa 100.000 Menschen mit einem Darm- oder Urinausgang (Stoma).

Mit dem aus dem Griechischen stammenden Wort „Stoma“ werden operativ geschaffene Verbindungen zwischen einem Hohlorgan (Darm, Blase) und der Haut bezeichnet. Übersetzt bedeutet das Wort Stoma so viel wie Mund oder Öffnung. Der alte Begriff „Anus Präter“ verliert immer mehr an Bedeutung. Je nachdem in welchem Bereich das Stoma angelegt wird, leiten sich die unterschiedlichen Bezeichnungen ab. Wird das Stoma im Bereich des Dickdarms mit der der Haut verbunden, spricht man von einem Dickdarmstoma (Kolostomie). Erfolgt die Ausleitung im Bereich des Dünndarms, wird es als Dünndarmstoma (Ileostomie) bezeichnet. Eine Ableitung im Bereich der Harnwege werden als Urinstoma (Ileum-Conduit) bezeichnet.

 

Meist ist eine Stomaanlage in Folge eines operativen Eingriffs wegen der Entfernung von Teilen des Dünn-, Dickdarms oder der Harnblase erforderlich.

Als zugrunde liegende Erkrankungen sind hier oftmals die entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu nennen, sowie die mit Abstand häufigste Krankheitsursache der Dickdarm- oder Blasenkrebs, aber auch andere Erkrankungen wie zum Beispiel Aussackungen am Dickdarm, Inkontinenz, Darmdurchbruch, Darmblutungen, Schäden durch Strahlentherapie , Verletzungen… können eine Stomaanlage notwendig machen. Die Versorgung eines Stoma erfolgt mit sogenannten Stomaversorgungsprodukten. Die heutigen Versorgungssysteme erlauben eine zuverlässige und individuelle Versorgung, sodass die Betroffenen am gesellschaftlichen und sozialen Leben ohne große Einschränkungen teilhaben können.


Die häufigsten Stomaanlagen:

Das Dickdarmstoma (Kolostomie)

 

dickdarmstoma

Das Dickdarmstoma wird meist leicht über Hautniveau im linken Unterbauch zwischen Bauchnabel und Darmbeinstachel angelegt. Hierbei bleibt der Dickdarm fast vollständig erhalten. Die Häufigkeit und Beschaffenheit des Stuhls ist etwa mit dem Zustand vor der Operation zu vergleichen. Unter bestimmten Vorausseitzungen kann bei dieser Art der Stomaanlage auch die Darmspülung (Irrigation)durchgeführt werden.


Die doppelläufige Stomaanlage im Bereich des Dickdarms (Transversumkolostomie)

Transversumkolostomie

Soll der absteigende Dickdarm von der Stuhlpassage befreit werden, wird das doppelläufige Stoma angelegt. Dies geschieht meistens im rechten oder linken Oberbauch. Der Dickdarm wird meist im querverlaufenden Bereich auf den Bauch vorgelagert. Die vordere Darmwand wird durchtrennt, und mit Nähten an der Hautdecke fixiert. Der Stuhlgang wird in der Regel breiig bis fest sein. Bei den doppelläufigen Stomaanlagen kann es gelegentlich zu kleineren Stuhlentleerungen über den After kommen, da sich kleine Stuhl- und Schleimmengen im Enddarm sammeln können.




Das Dünndarmstoma (Ileostomie)

Duenndarmstoma

Muss der komplette Dickdarm entfernt werden, wird ein endständiges Dünndarmstoma angelegt. Dies befindet sich meistens im rechten Unterbauch zwischen Bauchnabel und Darmbeinstachel. Soll der nachgeschaltete Dickdarm von der Stuhlpassage entlastet werden, so kann die Ileostomie auch doppelläufig angelegt werden. Da der ausgeschaltete Dickdarm nun den Stuhlgang nicht mehr eindicken kann, ist mit dünnflüssigen Stuhlentleerungen über den ganzen Tag zu rechnen. Um zu vermeiden, dass der dünnflüssige Stuhlgang mit der Haut in Berührung kommt, wird das Ileostoma deutlich über dem Hautniveau angelegt.




Das Urinstoma (Ileum-Conduit)

Urinstoma

Wenn die Harnblase entfernt werden muss oder nicht mehr funktionsfähig (z.B. Strumpfblase) ist, kommt es zur Anlage eines Ileum-Conduits. Hierbei wird ein ca. 15 – 20 cm langes Dünndarmsegment aus dem Darm abgetrennt. Ein Ende des Darmsegmentes wird zugenäht und die Harnleiter werden hier eingepflanzt. Das andere Ende wird an einer geeigneten Stelle in die Bauchhaut eingenäht. Häufig geschieht dies im rechten Unterbauch, zwischen Nabel und Darmbeinstachel.


Stomaversorgungsprodukte
Als Stomaversorgungsprodukte bezeichnet man alle Hilfsmittel, die zur direkten medizinischen und pflegerischen Versorgung einer Stomaanlage notwendig sind. Hierzu gehören die unterschiedlichen Beutelsysteme und Basisplatten aller Hersteller wie auch Zubehörteile und bestimmte Pflegeprodukte.

Alle Stomaträger, die in einer Krankenversicherung versichert sind, haben Anspruch auf eine Stomaversorgung mit den angemessenen, wirtschaftlichen und medizinischen notwendigen Hilfsmitteln. Dabei gilt in der gesetzlichen Krankenversicherung das Sachleistungsprinzip und in der Privaten Krankenversicherung das Kostenerstattungsprinzip.

Bei der Stomaversorgung werden grundsätzlich 2 Systeme unterschieden:

  • Die 1-teilige Versorgung
  • Die 2-teilige Versorgung



Für beide Möglichkeiten stehen je nach Art der Stomaanlage die passenden Beutel zur Verfügung. Unabhängig, welches System verwendet wird, ist darauf zu achten, dass der Hautschutz die stomaumgebende Haut gut abdeckt, damit die Ausscheidungen nicht mit der Haut in Berührung kommen. Die heute eingesetzten Materialen sind sehr hautschonend und werden gut vertragen.

Die einteilige Versorgung

Bei der einteiligen Variante sind Beutelfolie und Hautschutz miteinander verschweißt. Die einteilige Versorgung sollte mindestens 1x täglich gewechselt werden. Je nach Art der Stomaanlage und deren Ausscheidungen, stehen unterschiedliche Beutel zur Verfügung:



Der geschlossene Beutel (sog. Kolostomiebeutel)

Einteilige Versorgung

Der Kolostomiebeutel wird bei festen und geformten Ausscheidungen verwendet und wird in der Regel 1 – 2 mal pro Tag gewechselt.

 

 

 

Der Ausstreifbeutel

Zweiteilige Versorgung

Bei häufigen, breiigen bis flüssigen Ausscheidungen wird der Ausstreifbeutel verwendet. Durch die Möglichkeit den Beutel über den Auslass zu entleeren, verhindern Sie ein Strapazieren der Haut durch häufiges Wechseln. Der Ausstreifbeutel soll 1-mal täglich gewechselt werden.

Der Urostomiebeutel

Ausstreifbeutel

Für das Urostoma stehen spezielle Urostomiebeutel zur Verfügung. Diese haben ein spezielles Ablaufventil, über das sie den Urin in die Toilette entleeren können. Auch bietet es die Möglichkeit, in der Nacht einen größeren Bettbeutel sicher anzuschließen, damit Sie ungestört schlafen können. Eine in den Beutel integriete Rücklaufsperre verhindert, dass der Urin im Liegen das Stoma umspült.


Die zweiteilige Versorgung
Wie der Name schon sagt, gehören 2 Teile zum System.

  • Die Basisplatte, bestehend aus Hautschutz und Rastring
  • Der Versorgungsbeutel (Kolostomie-, Ausstreif- oder Urostomiebeutel)



Urostomiebeutel

Die Basisplatten können je nach Stomaanlage und Ausscheidung für ca. 2 – 4 Tagen auf der Haut belassen werden. Der Kolostomiebeutel kann 1 – 3 x täglich, der Ausstreifbeutel und Urostomiebeutel 1 x täglich gewechselt werden. Diese lassen sich, mit ein bisschen Übung, einfach und sicher auf der Basisplatte befestigen.

Aktivkohlefilter
Bei den Kolostomie- und Ausstreifbeuteln sind in der Regel Aktivkohlefilter integriert. Der Filter verhindert ein Aufblähen des Beutels und gibt die Darmgase geruchsneutral ab.

Auswahl der Versorgung
Bei der Auswahl des „richtigen“ Versorgungssystems wird Sie Ihr Stomatherapeut beraten.

Reinigung der Haut um das Stoma
Benutzen Sie für die Reinigung der stomaumgebenden Haut ausschließlich warmes Wasser und unsterile Kompressen. Sie können dabei auch eine Seife benutzen, die Sie üblicherweise für die Körperpflege verwenden, falls diese nicht über desodorierende oder rückfettende Substanzen verfügt. Achten Sie allerdings darauf, dass der ph-Wert der Haut entspricht.

Ansprechpartner und Belieferung für die Hilfsmittel
Ihr Stomatherapeut wird Sie in den ersten Tagen nach der Krankenhausentlassung bei der Stomaversorgung intensiv unterstützen und in ausführlichen Gesprächen zu allen Fragen des täglichen Lebens, im Zusammenhang mit der Stomaversorgung, Ihnen Rede und Antwort stehen.

Aufgrund eines Hilfsmittelrezeptes Ihres Hausarztes erhalten alle Stomabetroffenen die individuell benötigten Hilfsmittel durch den Vertragslieferanten der Krankenversicherung, den Sie frei wählen dürfen.

 

Den fachgerechten Umgang mit den benötigten Hilfsmitteln erklären die im Auftrag des Lieferanten tätigen Stomatherapeuten und stellen durch die Unterstützung den Erfolg der Hilfsmittelversorgung sicher. Die Stomatherapeuten bleiben für Sie Ansprechpartner, wenn später noch Fragen auftreten, oder sich an Ihrem Stoma etwas verändert. Ihr Stomatherapeut stellt auch gerne den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe her, falls dies von Ihnen gewünscht wird.

 

Stomatherapeut

Stomatherapeut

Stomatherapeuten werden die Pflegeexperten genannt, die sich mit der speziellen Beratung, Betreuung und Versorgung von Menschen mit einer Stomaanlage beschäftigen. Stomatherapeuten haben eine Grundausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege erfahren, sowie eine sehr intensive und aufwändige Fachweiterbildung in diesem speziellen Pflegebereich absolviert. Die Aufgabe der Stomatherapeuten besteht in der Beratung, Betreuung und Versorgung von Stomabetroffenen in allen Abschnitten des Krankheits- und Genesungsprozesses. Stomatherapeuten verfolgen dabei das Ziel, die für jeden Stomabetroffenen individuell mögliche, beste und schnellste Rehabilitation zu ermöglichen.

Sie arbeiten dabei sektorenübergreifend. Das heißt, Stomatherapeuten arbeiten mit Stomabetroffenen sowohl im Krankenhaus, in Rehabilitationskliniken und natürlich auch in den Fachhandelseinrichtungen im häuslichen Bereich. Der zuständige Stomatherapeut ist somit ein zuverlässiger Helfer, Ratgeber und fachkompetenter Ratgeber in allen Fragen der Stomatherapie und zu allen Fragestellungen in Bezug auf die Stomaversorgung in jeder Situation und zu jeder Zeit.

Komplikationen
Nicht immer gelingt die Stomaversorgung über lange Jahre hinaus ohne alle Probleme. Mitunter verändert sich der Körper des Stomaträgers durch Krankheitsprozesse oder auch durch eintretende Komplikationen in der Stomaversorgung. Es können sich unter anderem Reizzustände an der stomaumgebenden Haut ausbilden aufgrund vieler verschiedener Ursachen. Es können narbige Veränderungen der Bauchdecke geschehen, die dann eine Anpassung der Stomaversorgung notwendig machen. Das Stoma selbst kann einem Veränderungsprozess unterliegen, so dass die Größe der Beutelversorgung in Abständen immer wieder kontrolliert und angepasst werden muss. Immer dann, wenn Stomabetroffene Veränderungen am Stoma oder an der stomaumgebenden Haut feststellen, sollten sie einen Beratungstermin mit dem Stomatherapeuten vereinbaren. Hier zeigt die Erfahrung ganz eindeutig, dass sich die meisten Stomakomplikationen durch frühzeitiges Erkennen und angemessenes Handeln schnell korrigieren lassen, bzw. ein schnelles Abheilen bereits aufgetretener Hautreizungen bewirken lassen. Ziel ist es allerdings, durch eine gute Beratung und Kontrolle diese Komplikationen nach Möglichkeit zu vermeiden.

Stomaversorgung

 

Wir helfen Ihnen wenn es um das Thema Stoma geht. Auf dieser Seite erfahren Sie mehr darüber, was KCM für Sie tun kann.

 

 

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