Die kleine Aylin aus Senden und ihre vielen kompetenten Helfer

„Wir müssen Ihrem Kind ein Stoma anlegen, einen künstlichen Darmausgang.“ Diese Worte mit der Diagnose Megakolon, ein erweiterter Dickdarm, waren für die Eltern der einjährigen Aylin ein großer Schock. Dank professioneller Kooperationspartner ihrer Krankenkasse haben Aylin und ihre Eltern eine Rundum-Versorgung erhalten. Bereits in der Uniklinik Münster betreute Nicole Meyer, Kinder-Stomatherapeutin und Rotkreuz-Schwester der Firma KCM Konzeptionelles Care Management, die noch sehr ängstlichen und besorgten Eltern. Nicole Meyer leitete die Eltern im Umgang mit dem Stoma an und klärte über die vielen offenen Fragen auf. Sie begleitete die Familie nach Hause und steht noch jetzt rund um die Uhr zur Verfügung.
„Wir sind sehr dankbar dafür, welche Hilfe und Unterstützung wir von Anfang an erfahren haben und durch Frau Meyer immer noch erfahren“, sagt der Vater der kleinen Aylin. „Sie kommt regelmäßig zur Kontrolle und ist bei Problemen jederzeit erreichbar. Als gleich nach dem Klinikaufenthalt die Hilfsmittellieferung durch den Paketdienst ausblieb, stellte sie uns die notwendigen Mittel zur Verfügung. Für uns ist es unvorstellbar, dass eine Versorgung ausschließlich durch eine zufällige Versorgung über einen Lieferdienst erfolgt, wie es nach Ausschreibungen zu befürchten ist.“
Aylin und ihre Eltern haben das Glück, dass die Hilfsmittelversorgung bei der Techniker Krankenkasse noch über „Altverträge“ läuft. Nach neuem Recht können Krankenkassen die Hilfsmittelversorgung ausschreiben und an exklusive Vertragspartner vergeben. Für die Versicherten bedeutet das den Verlust der Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Leistungserbringern und oftmals ein Manko an Qualität und Service. Der Techniker Krankenkasse liegen aber genau diese beiden Punkte am Herzen: „Wir legen großen Wert auf Qualität und Service bei der Beratung und bei unseren Kooperationspartnern“, erläutert Reinhold Kleebaum vom Servicezentrum Hilfsmittel der Techniker Krankenkasse. „Für die Versicherten sind das unserer Meinung nach die wesentlichen Kriterien, wenn sie sich für eine Krankenkasse entscheiden. Außerdem ist uns die Wahlmöglichkeit unserer Kunden sehr wichtig. Das ist der Vorteil von offenen Verträgen gegenüber Ausschreibungen. Unsere Kunden können zwischen vielen Partnern wählen und bei Problemen wechseln.“

„Die Wahlmöglichkeit ist gerade bei der Stomaversorgung entscheidend.“, sagt die Kinder-Stomatherapeutin Nicole Meyer. „Wenn ein Produkt von einem Patienten nicht vertragen wird oder es Probleme bei der Versorgung gibt, muss man die Möglichkeit haben, den Versorger bzw. den Hersteller zu wechseln. Bei Service und Qualität darf nicht gespart werden. Das gilt besonders bei der Versorgung von Kindern, die eine viel empfindlichere Haut haben, nicht auf Kommando still halten und wo die Eltern betreut und begleitet werden müssen.“
Das Aktionsbündnis „meine Wahl!“ zeichnet jeden Monat beispielhaft gut funktionierende Versorgungsnetzwerke für Hilfsmittelnutzer aus. Damit will das Aktionsbündnis zeigen, dass die Mitsprache des Patienten und seine individuelle Betreuung grundlegend sind für eine qualitätsgesicherte und kosteneffiziente Hilfsmittelversorgung. Dies setzt voraus, dass die gesetzlichen Krankenkassen von ihrem Recht zum Abschluss offener Verträge mit Sanitätshäusern und Homecare-Unternehmen Gebrauch machen und auf exklusive Ausschreibungen verzichten. Nur so bleibt das Patientenwahlrecht der Betroffenen gewahrt und der Hilfsmittelnutzer kann selbst entscheiden, wem er seine Versorgung und Therapie anvertrauen möchte.
Im Aktionsbündnis „meine Wahl!“ haben sich seit Juni letzten Jahres bundesweit Menschen mit Behinderungen, Selbsthilfevereinigungen, Hilfsmittelhersteller und Versorgungspartner wie Sanitätshäuser und Homecare-Unternehmen zusammengeschlossen, um das Recht auf freie Wahl des Versorgungspartners im Hilfsmittelbereich zu erhalten. Das Bündnis setzt sich für eine bedarfsgerechte, qualitätsgesicherte und dem Stand der Technik entsprechende Versorgung mit Hilfsmitteln ein. Insgesamt 89 Unternehmen und Organisationen (Stand: August 2009) unterstützen bereits die Arbeit und die Ziele des Bündnisses, darunter die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V., die Inkontinenz Selbsthilfe e.V., der Deutsche Rollstuhl-Sportverband e.V. und die Deutsche Parkinson Vereinigung e.V.
Das Team des Monats August: