Ausbildungsmodelle in der Pflege
Forschungsgutachten des Deutschen Krankenhaus Institutes im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft
„Die Bundesregierung (der 17. Legislaturperiode) hat im Koalitionsvertrag die Modernisierung der Pflegeberufe und die Zusammenführung der Ausbildungen in einem Berufsgesetz vorgesehen. Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) beauftragt, die Ausbildungssituation insgesamt sowie in der Alten- und Gesundheits- und (Kinder)Krankenpflege darzustellen. Mittels einer differenzierten Bestandsaufnahme wird die derzeitige Ausbildungsorganisation und -finanzierung in den Pflegeberufen länderspezifisch aufgezeigt. Mögliche Konsequenzen der Überführung in eine gemeinsame Pflegeausbildung werden umrissen.“(¹)
Seit Jahren gibt es Bestrebungen, die Ausbildung in der Pflege zu modernisieren und Sie gleichzeitig mit Blick auf die Anpassung an den europäischen Standard zu egalisieren. Zu diesen Bestrebungen hat das DKI das oben zitierte Gutachten erstellt.
(zu finden unter:
http://www.dki.de/)
Nirgendwo in Europa gibt es eine vergleichbare Aufsplittung der Ausbildungsgänge der unterschiedlichen Pflegegrundsausbildung wie in Deutschland. Nur hier wird bereits in der Grundausbildung differenziert nach fachlicher Ausrichtung in die Handlungsfelder Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie die Altenpflege.
Die Pläne der Pflegeverbände für den Bildungssektor sehen zukünftig eine generalisierte Grundausbildung vor, für alle Menschen, die einen Pflegeberuf erlernen wollen. Erst nach der generalisierten Grundausbildung sollen dann die Auszubildenden in die unterschiedlichen Spezialisierungen folgen. Kritiker befürchten eine Ausweitung der Ausbildungszeiten und somit eine Verzögerung der Bildungsphase mit nachfolgender Verteuerung der Ausbildung. Befürworter hingegen stellen die Vorteile einer generalisierten Grundausbildung heraus mit der einheitlichen Basisqualifikation für alle Pflegenden und der dann anschließenden Spezialisierung nach Fachbereichen.
Wie auch immer die vielschichtigen Anforderungen in der Harmonisierung der Ausbildungssituation in der Pflege auch letztlich umgesetzt werden, im Ergebnis muss eine Sicherung der hohen Qualität der Pflegeausbildung unter Anpassung an die europäischen Anforderungen innerhalb der Prozesse der Bologna- Bildungsarchitektur dabei herauskommen.
Letztlich ist es zukünftig von enormer Bedeutung, für die anstehenden Herausforderungen in der Bewältigung der enorm steigenden Nachfrage nach professioneller Pflege im deutschen Gesundheitswesen, auch genügend hoch qualifizierte Pflegefachkräfte unter nachweislich guten Bedingungen in der Pflege zu bezahlbaren Kosten auch ausbilden zu können.
April 2011, WWD Quelle: Gutachten des DKI“ Ausbildungsmodelle in der Pflege“ , 2010, unter http://www.dki.de